Institut für Philosophie

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Philosophisches Café

Ein Initiativkreis bestehend aus Prof. Dr. E. Franke, Prof. Dr. A. Regenbogen, Prof. Dr. H. Kerber und Prof. Dr. R. Mokrosch lädt in regelmäßigen Abständen zum Philosophischen Café ein.

Beginn ist jeweils 11:30 Uhr im Kinocafé des Blue Note, E.-M.-Remarque-Ring 16.

 

Änderungen und weitere Hinweise sind aufrufbar unter www.cinema-arthouse.de

Programm 2020

Sonntag, den 19. Januar 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Nachhaltigkeit - können wir die Zukunft denken?

Seit dem Anstieg des Menschheitswachstums und des ständig zunehmenden Raubbaus an der Natur wird ein ökologischer Umgang mit unseren Ressourcen nachdrücklich für alle Lebensbereiche der irdischen Biosphäre eingefordert. Wie kann das gesamte Produktions- und Konsumverhalten der Menschheit daran orientiert werden? Welches Wissen haben wir von unserer Zukunft und wie können wir es begründen? Wie gehen wir mit Zukunftsszenarien um, die nur erwartet oder befürchtet, aber nicht sicher prognostiziert werden können?

Sonntag, den 16. Februar 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Bestimmen Ängste das öffentliche Leben?

Bei der Bewertung des öffentlichen Lebens sind wir weitgehend auf Nachrichten über Ereignisse angewiesen, die wir nicht selbst erlebt haben - mit oft negativen Inhalten. Daraus entwickeln sich einerseits häufig kollektive Befürchtungen und persönliche Ängste. Anderseits gibt es aber auch weltweit reale Gefahren (Bevölkerungswachstum, Artensterben, Terrorismus, Altersarmut, Klimakatastrophe etc.), auf die wir angemessen reagieren müssen. Wie gehen wir mit solchen Unsicherheiten in unserem Alltagsleben um? Wie können wir zwischen berechtigten und unberechtigten Ängsten unterscheiden? Resignieren oder hoffen wir?

Sonntag, den 29. März 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Umgang mit Flucht und Vertreibung - eine Herausforderung für Europa? Auch in Anlehnung an das Theaterstück "Die Nacht von Lissabon"

Sollten Migrationsbewegungen in die EU-Länder und nach Nordamerika staatlich reguliert werden und beherrschbar bleiben? Wäre das auch im Interesse der Flüchtlinge und der Aufnahmeländer? Gibt es Parallelen zu den furchtbaren Erfahrungen von Auswanderern und Flüchtlingen im 19. und im 20. Jahrhundert? Können Erinnerungen uns heute helfen?

Erich Maria Remarque lieferte in seinem Roman „Die Nacht von Lissabon“ den Stoff für ein Schauspiel, das von den Städtischen Bühnen Osnabrück (ab dem 15. März 2020) aufgeführt wird. Es handelt von Flucht und Verfolgung in europäischen Ländern während des Zweiten Weltkriegs. Beispiele aus dem Roman bzw. dem Stück können wir auch auf heutige Probleme des Umgangs mit Flüchtenden beziehen.

Sonntag, den 3. Mai 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Wann empfinden wir das Recht als nicht gerecht?

Ein großer Teil unseres öffentlichen Lebens wird durch das Recht geregelt. Es schützt nicht nur meine Ansprüche auf freie Persönlichkeitsentfaltung, sondern auch die der Anderen, und es formuliert Pflichten (Schulpflicht, Impfpflicht etc.). Doch in der Ordnung unseres Alltagslebens gibt es auch Situationen, in denen wir das Gefühl haben, dass das Recht nicht gerecht angewendet wird. So sehen wir es als ungerecht an, wenn Beschäftigten schon bei geringen Verstößen Entlassung angedroht wird und gleichzeitig große Firmen für betrügerische Geschäfte nicht belangt werden. Wo, wann und warum glauben wir, dass unser Rechtsempfinden größer, weiter oder anders ist als das öffentliche Recht?

Sonntag, den 14. Juni 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Gefühl und Verstand - Wann entscheiden wir wie?

Was wir fühlen, wollen wir „verstehen“. Auch was wir nur mit „Verstand“ erkennen, wollen wir mit uns sicher erscheinenden Emotionen begleiten. Seit der Aufklärung orientieren wir uns immer weniger an geglaubte Weisungen höherer (z. B. göttlicher) Mächte. Man fordert von uns: Wir sollten unser Verstandesurteil unserer Vernunft unterwerfen – theoretisch wie praktisch. Was ist notwendig, damit unsere Entscheidungen vom Verstand bestimmt und emotional als angemessen beurteilt werden können? Gibt es Situationen, in denen wir uns auf ein unmittelbares Gefühl verlassen und nicht der rationalen Kontrolle den Vorrang geben sollten?

Sonntag, den 20. Sept. 2020 , ab 11.30 Uhr, BlueNote

"Wissenschaftlich überprüft!" - Maßstäbe des Erkennens und Handelns

Seit der frühen Neuzeit beschreiben Wissenschaftler das Naturgeschehen nicht mehr nur nach Harmoniemodellen. Sie erforschen begrenzte Bereiche, entdecken dabei vielfältige neue Fragestellungen. Inwiefern wird das Detailwissen über gesetzmäßige oder regelmäßige Prozesse damit größer?

Dabei werden technische Verfahren, Produktionsprozesse, auch medizinische Behandlungen zunächst systematisch erprobt, bevor sie offiziell zugelassen werden. Wie kritisch müssen wir mit zertifizierten Zulassungen etwa von Technologien und Medikamenten umgehen?

Wie glaubwürdig sind gegenwärtig wissenschaftliche Veröffentlichungen dazu? Wie weit müssen wir uns in unseren erworbenen Erkenntnissen und in unserem Handeln selbst den Maßstäben wissenschaftlicher Kontrolle unterwerfen und wo nicht?

Sonntag, den 25. Okt. 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Öffentliche Medien: wie prägen und begrenzen sie die Macht in einer Demokratie?

Die freie Meinungsbildung von Bürgerinnen und Bürgern muss in einer Demokratie garantiert werden. Medien, die den Austausch von Positionen und Programmen in einer pluralistischen Gesellschaft ermöglichen, sollten diese Freiheit umfassend nutzen und damit als die so genannte „vierte Gewalt“ wirken. Wo eine Vielfalt solcher Angebote garantiert wird, kann das politische Engagement der Bevölkerung und der gewählten Amtsträger unterstützt werden.

Inwiefern ermöglichen diese Medien eine soziale Kontrolle von politischen Entscheidungen?

Doch in welcher Hinsicht gefährden Print- und Funkmedien sowie Netzwerke die Meinungsvielfalt? Man denke an Fake-News, einseitige Parteinahmen, Hasskommentare oder an das Verschweigen von Nachrichten. Sind Meinungskartelle und Informationsblasen der aktuelle Preis der Meinungsfreiheit? Können wir dagegen etwas tun?

Sonntag, den 6. Dez. 2020, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Selbst gewählte Lebensziele - im Horizont von Fragen nach dem "Sinn des Lebens"?

Wovon hängt die Wahl unserer Lebensziele ab? Sind wir frei, sie selbst zu wählen? Oder sind sie vorgeprägt von unserer sozialen Umwelt, unserer Triebstruktur, unseren ethischen Idealen, unseren religiösen Hoffnungen oder unseren ästhetischen Vorstellungen? Und aufgrund welcher Einflüsse verändern sie sich in unseren Lebensläufen?

Die Zeiten, in denen religiöse, berufliche oder gar ständische Vorgaben die Muster unserer Lebensziele bestimmten, sind vorbei. So sind wir es, die heute nach selbst gewählten Idealen unsere Lebensziele wählen können – und auch müssen. Wie nutzen wir unsere Freiheit zur Identifizierung mit sinnhaften Lebensentwürfen?

Vorschau 2021

Sonntag, den 17. Jan. 2021, ab 11.30 Uhr, BlueNote

Klimakatastrophe! - Wie gehen wir mit Prognosen um?

Dass sich Wetterlagen und Wasserstände ständig ändern, erfahren wir seit Urzeiten. Dass sich aber das Klima durch Industrieproduktion und Verkehr nachhaltig und unumkehrbar erwärmt und dabei zahlreiche Naturkatastrophen verursacht, belegen viele seriöse Studien. Doch wie werden solche Prognosen hochgerechnet? Wie stellen wir uns auf schlimme Szenarien und auf Vorschläge zu deren Beherrschbarkeit ein?

Es geht nicht nur um Lebenschancen für uns, die aktuell Lebenden, sondern auch für die der noch nicht Geborenen. Was ist heute zu tun, um künftige Gefahren oder zumindest neue Folgelasten zu vermindern? Was muss die Wirtschaft und die Politik leisten? Wie können wir als Einzelne zum Klimaschutz beitragen?

Vergangene Veranstaltungen

Sonntag, den 8. Dezember 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Mitleid, Mitgefühl und Solidarität

Teilnehmende Mitmenschlichkeit ist eine Quelle des Sozialverhaltens – nicht nur in vertrauten privaten Kreisen, sondern auch auf der gesellschaftlichen Ebene. Doch nicht alle Sozialprogramme werden empathisch vertreten und nur aus Nächstenliebe für Andere durchgesetzt. Genossenschaften und Versicherungsnetze kennen auch eine soziale Lastenverteilung nach dem Motto „Einer für Alle – Alle für Einen“. So kann auch Solidarität mit ferner stehenden Menschen praktiziert werden, mit denen wir kaum mitfühlen können. Welche Maßstäbe können wir in kleinen Kreisen, welche für die Beherrschung großer gesellschaftlicher Missstände anwenden?

Sonntag, den 27. Oktober 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Gewissen – Leitlinie des Lebens?

Das Gewissen wird als Entscheidungszentrum angesehen. Aber nach welchen Kriterien werden Entscheidungen gefällt? Ist das Gewissen von Erziehung und Umwelt geprägt? Oder ist es in jedem Menschen angelegt? - Jeder Mensch sollte in Konfliktsituationen auf sein Gewissen hören und hören können. Aber was sagt ihm diese Stimme?

Gewissensfreiheit ist in vielen Ländern grundrechtlich gesichert. Wird sie verantwortlich praktiziert? Zu prüfen sind religiöse, ethische, moralische, aber auch soziale und kulturelle Maßstäbe, nach denen wir bei Gewissenskonflikten entscheiden.

Sonntag, den 22. September 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Digitale Welten – Gefahren oder Vorteile?

Die Digitalisierung ergreift fast alle bestimmt viele Lebensbereiche: Unsere Kommunikationsmöglichkeiten sind entgrenzt unabhängig von Raum und Zeit. Im Internet können wir uns unbegrenzt informieren. Per Online-Petition können wir an der Politik partizipieren. Wir können unsere Selfies ins Netz stellen und wir können dort mit Hunderten von „Freunden“ Gemeinschaft pflegen. Künstliche Intelligenz und Roboter entlasten unseren Alltag. Ihre Möglichkeiten sind grenzenlos.

Doch wie lassen sich Vor- und Nachteile der willkürlichen Verbreitung von bloß subjektiven Beurteilungen und Versionen unterscheiden und ermitteln? Dramatisch wurde die neue Dominanz digitaler Techniken in unserem Leben, als man begann, im Börsengeschehen, im Verkehr und in Kriegszuständen Algorithmen über Menschenleben entscheiden zu lassen – ohne Rücksicht auf ethische Bedenken. Wie gehen wir in Zukunft damit um?

Sonntag, den 16. Juni 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Lebensrecht – auch für Tiere und Pflanzen?

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist eine Forderung, die von (fast) jedem geteilt wird. Denn die Artenvielfalt ist bedroht. Täglich sterben Dutzende an Tier- und Pflanzenarten – für immer. Meerestiere krepieren elendig im Plastikmüll, Wildbienen, Honigbienen u.a. Insekten sterben allmählich aus; Massentierhaltungen und biotechnische Tiermanipulationen verändern das Wesen unserer Haustiere und Unkrautvernichter gefährden die Lebenschancen von Pflanzen und frei lebenden Tieren. Wie begründen wir die Ansprüche aller Lebewesen auf Artenschutz im Allgemeinen und auf Bestandschutz in besonderen Regionen?

Sonntag, den 19. Mai 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Zweifel und Widerspruch – Wege zu neuen Erkenntnissen?

Skepsis bewährte sich seit der Antike als eine philosophische Tugend. Festgelegte Positionen hat man immer wieder in Frage gestellt, um durch Widerspruch tradierte Lehrmeinungen zu erschüttern. Radikale Skeptiker bestreiten, dass Wahrheiten überhaupt erkennbar sind. Gemäßigte Skeptiker zweifeln festgelegte Positionen an, um sich der erwarteten Wahrheit besser nähern zu können.

Wie überwinden wir die Herrschaft von Fake News in unseren Köpfen? Welche Maßstäbe der Beurteilung bieten sich an? Was ist unter einem radikalen Zweifel zu verstehen? Mehr als nur eine skeptische Haltung?

Sonntag, den 17. März 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

Gerechtigkeit als Weltmaßstab?

Als „gerecht“ beurteilen wir Belohnungen und Strafen, aber auch das Streben nach vergleichbaren Lebenschancen. Viele fordern, Rechtsbrüche, z.B. von Diktatoren und Angriffskriegern, weltweit zu ahnden – auch durch übernationale Spruchkammern mit Anspruch auf Strafvollzug. Sind solche Rechtsansprüche rechtens? Welche sind illusorisch?

Ferner: Gibt es Maßstäbe für einen globalen Ausgleich der Lebenschancen? Kann die ungleiche Verteilung von Gütern und Diensten im Weltmarktkapitalismus vermindert oder aufgehoben werden? Oder bleibt eine gerechte Weltordnung ein unerfüllbare Utopie?

 

Sonntag, den 20. Januar 2019, ab 11:30 Uhr, BlueNote

 

Beschleunigung in der Gesellschaft – ist sie alternativlos?

Wir haben keine Zeit, obwohl wir sie im Überfluss durch immer neue Einsparungen gewinnen. Es ist das Paradox unserer Zeit, dass die Effizienz des Höher, Weiter, Schneller selten zu mehr Entspannung, Ausgleich und Muße führt, sondern das Karussell der Anforderungen sich noch schneller zu drehen scheint.

Wer bestimmt Rhythmus, Geschwindigkeit, Dauer und Sequenz unserer Tätigkeiten? Lässt sich die Logik der Beschleunigung entschlüsseln? Gibt es Alternativen im Sinne einer nachhaltigen Entschleunigung unserer Alltagspraxen?