Institut für Philosophie


Navigation und Suche der Universität Osnabrück


Hauptinhalt

Topinformationen

Kathrin Schuster, M.A.

Lehrbeauftragte

Tel.: +49 541 969-7114
kathrin.schuster@uni-osnabrueck.de

Forschungsinteressen

Generelle Forschungsinteressen
Moralphilosophie, Angewandte Ethik

Aktuelle Forschungsthemen
Therapieroboter in der Pflege schwerstdementer Menschen
Der Einsatz von Therapierobotern in der Pflege demenzbetroffener Personen ist ethisch umstritten. Kritiker äußern das Bedenken, dass die Roboter den Mangel an mitmenschlicher Zuwendung und mitmenschlichem Interesse gegenüber betagten, demenzbetroffenen Personen kompensieren sollen. Für diese Aufgaben Maschinen einzusetzen, bringe einen Mangel an Achtung und Respekt gegenüber dementen Menschen zum Ausdruck, der sie ‚entwürdige‘: Ist der Einsatz von Therapierobotern bei demenzbetroffenen Personen entwürdigend, weil diese Personen infantilisiert oder ‚degradiert‘ werden? Gefährdet der Einsatz von Therapierobotern bei demenzbetroffenen Personen deren Selbstachtung? Und welche Bedeutung hat ‚Selbstachtung‘ bei schwerstdementen Menschen? Wird die Achtung durch Dritte demenzbetroffenen Personen gegenüber durch den Einsatz von Therapierobotern erschwert bzw. verunmöglicht? Würden die betroffenen Personen dem Vorgehen zustimmen, wenn ihnen bewusst wäre, welche Haltungen anderer ihnen gegenüber dadurch gegebenenfalls provoziert werden? Wenn eine demenzbetroffene Person einen Therapieroboter nicht als solchen erkennt, sondern z. B. für ein echtes Tier hält, darf sie dann in ihrer Selbsttäuschung bestärkt werden? Darf sie bewusst getäuscht werden, um therapeutische Effekte zu erzielen? Und inwiefern können demenzbetroffene Personen überhaupt ‚getäuscht‘ werden? Befürworter von Therapierobotern verweisen auf empirische Studien, die zeigen, dass ihr Einsatz positive Wohlergehenseffekte wie z. B. Freude für demenzbetroffene Personen haben kann. Dürfen alle Mittel ergriffen werden, die dem Wohl einer Person dienen bzw. wovon hängt es ab, welche Mittel ergriffen werden dürfen? Was entspricht überhaupt dem Wohl einer demenzbetroffenen Person und wie – wenn überhaupt – lässt sich dies feststellen?