Institut für Philosophie

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Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester

David Humes Religionsphilosophie

Dozenten

Beschreibung

Gibt es einen Gott? Anhänger monotheistischer Religionen wie unter anderem Juden, Christen und Muslime geben auf diese Frage eine positive Antwort. Aber lässt sich zum Beispiel die theistische These, dass es genau einen außerordentlich mächtigen, sehr weisen, in hohem Maße gütigen und am Weltgeschehen aktiv teilnehmenden Schöpfergott gibt, auch mit Hilfe der im Alltag und in den Wissenschaften allgemein anerkannten Erkenntnismethoden rechtfertigen? David Hume (1711-1776), einer der bedeutendsten Religionsphilosophen der Philosophiegeschichte, bestreitet das.

In seinem 1779 postum veröffentlichten, religionsphilosophischen Hauptwerk „Dialogues Concerning Natural Religion“, dem in diesem Seminar vor allem unser Augenmerk gilt, setzt sich Hume mit zwei Argumenten zugunsten der Theismus-These auseinander.
Zum einen beschäftigt er sich sehr ausführlich mit dem sogenannten Design-Argument, demzufolge die empirisch feststellbaren Zweck- und Gesetzmäßigkeiten in unserer Welt ein guter Hinweis darauf sind, dass die Welt von einem intelligenten, sehr mächtigen Wesen erschaffen worden ist.
Zum anderen diskutiert Hume – weitaus weniger ausführlich – das sogenannte Argument von der ersten Ursache, bei dem man ausgehend von der Annahme, dass alles eine Ursache oder einen Grund für seine Existenz hat, dafür argumentiert, dass es eine notwendigerweise existierende erste Ursache gibt, die wir mit Gott gleichsetzen können.
Hume hält keines der hier skizzierten Argumente für überzeugend. Doch wie genau lauten die von ihm kritisierten Argumente? Was hat er an ihnen auszusetzen? Und wie plausibel sind seine Einwände? Diese Fragen stehen im Fokus unserer Beschäftigung mit Humes Religionsphilosophie.

Sofern der Seminarverlauf es zeitlich zulässt, werden wir darüber hinaus anhand der Lektüre des Kapitels „Of Miracles“ aus Humes Schrift „An Enquiry Concerning Human Understanding“ den Fragen nachgehen, welche Rolle Wunder bei der Rechtfertigung religiöser Überzeugungen spielen und weshalb wir Hume zufolge aus epistemischer Sicht nicht gerechtfertigt sind, an Wunder zu glauben.

Texte:

Primärliteratur:
Hume, David: An Enquiry Concerning Human Understanding, edited by Tom L. Beauchamp, OUP, Oxford 1999.
(Das Kapitel zu Wundern wird in StudIP zur Verfügung gestellt!!!)

Hume, David: Dialogues Concerning Natural Religion, in: David Hume – Dialogues and Natural History of Religion, edited with an Introduction and Notes by J. C. A. Gaskin, OUP, Oxford 1993.
(SOLLTE ANGESCHAFFT WERDEN!!!)

Sekundärliteratur -- keine Lektürepflicht!!!:
- Bell, Martin (2011): Hume on the Nature and Existence of God, in: Elisabeth S. Radcliffe (ed.),
A Companion to Hume, Wiley-Blackwell, Oxford: 338-352.
- Bell, Martin (2016): Hume and Proofs for the Existence of God, in: Paul Russell (ed.),
The Oxford Handbook of Hume, Oxford: 607-622.
- Gaskin, J.C.A. (21988): Hume's Philosophy of Religion, MacMillan Press, London.
- Gaskin, J.C.A. (22009): Hume on Religion, in: David Fate Norton/Jacqueline Taylor (eds.),
The Cambridge Companion to Hume, Cambridge University Press, New York: 480-513.
- Kulenkampff, Jens (1989): David Hume, München.
- Levine, Michael P. (2011): Hume on Miracles and Immortality, in: Elisabeth S. Radcliffe (ed.),
A Companion to Hume, Wiley-Blackwell, Oxford: 353-370.
- Levine, Michael P. (2016): Hume on Miracles: It’s Part 2 That Matters, in: Paul Russell (ed.),
The Oxford Handbook of Hume, Oxford: 591-606.
- O'Connor, David (2001): Hume on Religion, Routledge, New York.
- Penelhum, Terence (2011): Hume's Views on Religion: Intellectual and Cultural Influences, in:
Elisabeth S. Radcliffe (ed.), A Companion to Hume, Wiley-Blackwell, Oxford: 323-337.
- Russell, Paul and Anders Kraal, "Hume on Religion", The Stanford Encyclopedia of Philosophy
(Spring 2020 Edition), Edward N. Zalta (ed.), URL = <https://plato.stanford.edu/archives/spr2020/entries/hume-religion/>.
- Streminger, Gerhard (1986): Hume, Hamburg.

Anforderungen für Leistungsnachweise:

Studiennachweis: Für den Erwerb einer Studienleistung sind regelmäßige aktive Teilnahme sowie das Anfertigen von zwei Zusammenfassungen (je ca. 4.000 Zeichen ohne Leerzeichen) erforderlich. Anstelle der Zusammenfassungen kann auch ein schriftlich ausgearbeitetes Impulsreferat (ca. 10 Minuten) gehalten werden.

Prüfungsleistung: Der Erwerb einer Prüfungsleistung erfordert a) regelmäßige aktive Teilnahme, b) das Anfertigen zweier Zusammenfassungen (je ca. 4.000 Zeichen ohne Leerzeichen)/das Halten eines schriftlich ausgearbeiteten Impulsreferats (ca. 10 Minuten) und c) das Schreiben einer Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen ohne Leerzeichen).

Weitere Angaben

Veranstaltungsart: Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Veranstaltungsnummer: 8.4365
Ort: 32/107 (32 Plätze)
Zeiten: Mi. 10:00 - 12:00 (wöchentlich)
Erster Termin: Mi., 20.10.2021 10:00 - 12:00, Ort: 32/107 (32 Plätze)

Studienbereiche

  • Philosophie > Grundmodul Geschichte der Philosophie
  • Philosophie > Grundmodul Theoretische Philosophie