Institut für Philosophie

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Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester

Pragmatismus

Dozenten

Beschreibung

“[W]hat has weight in our lives should also have weight in philosophy.” – so fasste Hilary Putnam die „eine große Einsicht“ des philosophischen Pragmatismus zusammen. Diese aus dem Amerika des frühen zwanzigsten Jahrhunderts stammende philosophische Strömung setzt sich kritisch mit einer intellektualistischen Tradition auseinander, der zufolge das Erlangen 'sicherer' oder gar 'ewiger' Wahrheiten durch rein theoretisches Denken Ziel der Philosophie sei. Der Pragmatismus lehnt diese Vorstellung entscheidend ab und schafft damit das Fundament für eine Philosophie, die sich aus Fallibilismus, Antiskeptizismus und einem Fokus auf menschliche Praxen und die damit aufkommende Probleme des tatsächlichen Lebens zusammensetzt.

Der geteilte Ausgangspunkt der drei „Gründerväter“ des Pragmatismus – Charles Sanders Peirce, William James, und John Dewey – sowie ihrer Nachfolger stellt die von Peirce erstmals formulierte „pragmatische Maxime“ dar: „Überlege, welche Wirkungen, die denkbarerweise praktische Relevanz haben könnten, wir dem Gegenstand unseres Begriffs in unserer Vorstellung zuschreiben. Dann ist unser Begriff dieser Wirkungen das Ganze unseres Begriffes des Gegenstandes.“ Doch gibt es sowohl unter den frühen als auch unter zeitgenössischen Befürwortern des Pragmatimus gewaltige Meinungsunterschiede bezüglich der richtigen Auslegung dieser Maxime und der allgemeineren philosophischen Einstellung, die sie zum Ausdruck bringen soll.

In diesem Seminar untersuchen wir sowohl die Beweggründe der Pragmatisten für ihre Ablehnung traditioneller philosophischen Grundannahmen und Projekte, als auch ihre sehr unterschiedlichen und teilweise konfligierenden Vorschlägen dazu, wodurch diese zu ersetzen wären. Wie wir sehen werden, erschöpfen sich diese nicht nur in alternativen Antworten auf klassische philosophsiche Fragestellungen (z.B. „Was sollen oder dürfen wir glauben?“ oder „Was ist Wahrheit?“) sondern münden oft in ein Plädoyer für eine grundlegende Neuorientierung der Philosophie, von Peirces wissenschaftsorientierter, über Deweys kulturinterpretierender, bis hin zum kontroversen Vorschlag des „neo-Pragmatisten“ Richard Rortys, die Philosophie sei eine inzwischen überholte literarische Textgenre. Ein wiederkehrendes Leitmotiv des Seminars wird daher die Frage sein: Welche Probleme kann und soll die Philosophie thematisieren und welche Mittel stehen ihr dabei zu Verfügung?

Weitere Angaben

Veranstaltungsart: Seminar (Offizielle Lehrveranstaltungen)
Veranstaltungsnummer: 8.4273
Ort: 69/118: Mo. 09:00 - 12:00 (7x), 69/117: Donnerstag. 27.06.19 09:00 - 12:00
Zeiten: Mo. 09:00 - 12:00 (wöchentlich), Ort: 69/118, Termine am Donnerstag. 27.06.19 09:00 - 12:00, Ort: 69/117
Erster Termin: Mo , 06.05.2019 09:00 - 12:00, Ort: 69/118

Studienbereiche

  • Philosophie > Veranstaltungen
  • Philosophie > Grundmodul Geschichte der Philosophie
  • Philosophie > Grundmodul Theoretische Philosophie