Institut für Philosophie


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Philosophisches Café

Ein Initiativkreis bestehend aus Prof. Dr. E. Franke, Prof. Dr. A. Regenbogen, Prof. Dr. H. Kerber und Prof. Dr. R. Mokrosch lädt in regelmäßigen Abständen zum Philosophischen Café ein. Beginn ist jeweils 11:30h im Kinocafé des Blue Note, E.-M.-Remarque-Ring 16.

 

Programm 2017

Sonntag, den 29. Januar 2017, 11:30 Uhr

Vertrauen ist gut. Oder ist Kontrolle besser?

Im privaten Leben ist Vertrauen das Fundament vieler Beziehungen, während Kontrolle häufig als ein Misstrauen angesehen wird. Gilt dies auch im gesellschaftspolitischen Bereich oder ist es dort eher umgekehrt? Ergibt sich Vertrauen erst aus dem Wissen um unabhängige Kontrollen? Was sind die Voraussetzungen für eine Wertschätzung auf der Basis von Vertrauen? Bleiben unsere Erwartungen nur dann glaubwürdig, wenn sie von seriösen Instanzen bestätigt werden können?

 

Sonntag, den 26. März 2017, 11:30 Uhr

Braucht Gesellschaft Traditionen?

Die Inhalte unserer Kultur werden weitergegeben – nicht nur zur Erinnerung, auch zur Pflege ihres Wertgehalts. Wir gedenken kultureller Errungenschaften aus vergangenen Zeiten, aber auch der Opfer von Unmenschlichkeit. Welche Traditionen beruhen auf geschichtlich erforschten Gegebenheiten, welche bloß auf mythisch überlieferten Klischees? Wo bestätigt das Tradierte unsere Werthaltungen? Und wann müssen wir uns von fragwürdiger Überlieferung distanzieren – auch mit Blick auf die Zukunft?

 

Sonntag, den 14. Mai 2017, 11:30 Uhr

Europa – eine Wertegemeinschaft?

Nach 1945 bemühten sich die Staaten Europas langfristig um eine Friedensordnung. Dazu gehörten gemeinsame Ziele und Werte. Welche Bedeutung haben solche allgemeinen Proklamationen wie die ‚Charta der Grundrechte der EU’ (von 2000) mit Bezug auf Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Solidarität? Sind es nur gute Vorsätze oder auch Verpflichtungen? Welche Folgen hat ihre Missachtung für einzelne Mitglieder der Staatengemeinschaft und für Unionsbürger?

 

Sonntag, den 18. Juni 2017, 11:30 Uhr

Was uns unerwartet trifft: Schicksal, Fügung oder Zufall?

Wie gehen wir mit überraschenden positiven oder negativen Ereignissen um? Deuten wir sie als Fügung höherer Mächte oder als biographische Zufälle? Nehmen wir sie hin in der Überzeugung, dass wir sie nicht beeinflussen können? Oder als Herausforderung, das Leben neu zu gestalten? Wie können wir lernen, mit solchen Ereignissen umzugehen?

 

Sonntag, den 17. September 2017, 11:30 Uhr

Demokratie: hält sie die Gesellschaft noch zusammen?

Die Idee der Demokratie als Staatsform erschien lange als alternativlos und zeitlos. Gilt dies noch in Zeiten des globalen Wirtschaftsliberalismus und in einer universellen Medienwelt? Hält sie unsere Gesellschaft noch zusammen? Oder ist sie veränderbar und sollte sie daher in ihren gesellschaftlichen Spielregeln neu begründet werden?

 

Sonntag, den 29. Oktober 2017, 11:30 Uhr

1517–2017: Reformation – religiöser Fundamentalismus oder eine neue Freiheit?

Hat die Reformation die Freiheit des Gewissens und die Verantwortung des Einzelnen gefördert? Oder hat sie einen Zwang zum Glauben hervorgebracht? Respekt und Toleranz gegenüber den Bekenntnissen Anderer sind erst Jahrhunderte später wirksam geworden. In welcher Hinsicht hat auch die Reformation zur Befreiung von staatlicher und kirchlicher Gesinnungskontrolle beigetragen?

 

Sonntag, den 03. Dezember 2017, 11:30 Uhr

Gibt es verbindliche Menschenpflichten? Oder nur Menschenrechte?

Eine demokratische Rechtsordnung setzt voraus: Jede/r hat die Pflicht, die Rechte Anderer zu respektieren. Einige Grundrechtskataloge sprechen nicht nur von Rechtsansprüchen an den Staat, sondern auch von weiter gehenden Bürgerpflichten. Reicht das? Sollten wir in der Gesellschaft nicht nur Unrecht vermeiden helfen, sondern uns auch verpflichten, aktiv zum Wohle der Gesamtheit beizutragen?

 

Sonntag, den 21. Januar 2018, 11:30 Uhr

Denken und Sein – Maßstäbe für das Handeln

Wie erkennen wir denkend, was „ist“? Ergeben sich aus dem, was wir von der Realität wissen, auch ethische Konsequenzen? Zahlreiche Philosophien untersuchen unsere Wahrnehmung und ihre Verarbeitung im Denken. Sie suchen nach Gründen für unsere Gewissheit vom „Sein“, von der Realität. Doch wie können wir uns auch Zustände ausdenken und wünschen, die es noch nicht gibt, die wir aber zu recht einfordern?

 

 

Vergangene Veranstaltungen

Sonntag, den 25.September 2016, 11:30 Uhr

Wie weit reicht unsere Verantwortung?

Wir müssen unseren Lebensstil rechtfertigen – auch gegenüber den Zeitgenossen und den uns nachfolgenden Generationen. Doch es ist zu fragen: Wie weit kann Jede/r von uns die tatsächlichen Folgen und Nebenfolgen unseres Tuns berücksichtigen? Wir neigen auch dazu, Andere für Misswirtschaft und katastrophale Folgen verantwortlich zu machen. Doch entlastet es uns, wenn wir nur die Mächtigen oder die gesellschaftlichen Strukturen anklagen? Oder sollten wir selbst Einiges in unserer Lebensweise ändern?

 

Sonntag, den 30. Oktober 2016, 11:30 Uhr

Gefährdet Wachstum eine gerechte Welt?

Die Zahl der Erdbewohner und die Menge der weltweit produzierten Güter nimmt ständig zu. Doch die Lebenschancen bleiben immer noch ungleich verteilt. In welchen Bereichen kann Wachstum zum sozialen Ausgleich beitragen? Und wo vergrößert die Ansammlung von Reichtümern zugleich die Armut der Ausgeschlossenen? Wie können wir Gerechtigkeit einfordern – auch angesichts horrender bzw. stagnierender Zuwachsraten?

 

Sonntag, den 11. Dezember 2016, 11:30 Uhr

Was sind und wie entstehen Ideologien?

Alle Kulturen und viele Subkulturen entwickeln eigene Welt- und Menschenbilder. Manche werden tradiert in Religionen und historischen Mythen. Einige von ihnen idealisieren Bilder von einer besseren Welt, andere rechtfertigen nur die Macht einer herrschenden Klasse um des eigenen Vorteils willen. Wann verfestigen sich solche Ideale zu mächtigen Ideologien? Welche ihrer Doktrinen sind heute noch wirksam? Es geht auch um Kriterien, nach denen wir sie als falsche oder einseitige Orientierungen in der Theorie durchschauen und in der Praxis überwinden können.

 

Sonntag, den 5. Juni 2016, 11:30 Uhr

Einheit von Leib und Seele, von Körper und Geist?

Es gibt viele Versionen: Die menschliche Seele sucht sich ihren Leib und verlässt ihn wieder – so in den Mythen verschiedener Kulturen. Der lebendige Körper entwickelt in sich den Geist des Menschen – so die neuzeitliche Wissenschaft. Wie bleiben Körper, Seele und Geist aufeinander bezogen - im Tun und im Erleiden? Nicht nur in der Medizin – auch in der Philosophie? Wer lehrt uns, wie wir mit den Ansprüchen unserer Physis, unserer Psyche und unseres Intellekts harmonisch umgehen können?

 

Sonntag, den 24. April 2016, 11:30 Uhr

Integration – eine gesellschaftliche Chance?

Länder des europäischen Kulturbereichs müssen sich bei der Einbeziehung von Zuwanderung (und auch einheimischer Subkulturen) in das soziale Leben bewähren. Das ist eine Daueraufgabe. Gibt es gemeinsame Werthaltungen und Verantwortungsbereiche zwischen Migranten und Einheimischen? Welche europäischen Werte sollten von denen respektiert werden, die bisher nach anderen kulturellen Maßstäben gelebt haben? Wird eine Annäherung gelingen? Sind beide Seiten zum Zusammenleben in der Aufnahmegesellschaft bereit? Oder verhindern bleibende Unterschiede eine Integration? Wir sollten auch auf frühere Phasen der Zuwanderung nach Deutschland blicken.

 

Sonntag, den 6. März 2016, 11:30 Uhr

Was ist ‚Glück’?

Wer Glück hat, ist nicht immer glücklich. – Im Zentrum steht hier nicht das, was uns zufällt, etwa ein Hauptgewinn oder ‚Glück im Unglück’. Es geht um das, was wir selbst erleben: Was heißt: sich glücklich fühlen? Können wir es aus eigenem Antrieb erstreben? Wen preisen wir glücklich? Auch schon die, welche mit sich selbst und mit Anderen nur zufrieden sind? Wie können wir selbst auch leidgeprüfte Mitmenschen beglücken? Oder auch unser eigenes Glück ‚schmieden’?

 

Sonntag, den 24. Januar 2016, 11:30 Uhr

Welche Friedensordnung kann von Dauer sein?

Seit der Neuzeit gibt es ein Völkerrecht. Viel weiter noch gingen Philosophen, die nicht nur Verträge auf Zeit, sondern weltweite Vereinbarungen für einen „ewigen Frieden“ einforderten (Rousseau, Kant). Sie entwarfen Modelle für einen Weltstaat oder auch für eine Föderation aller Nationen. Das 20. Jahrhundert orientierte sich zum Teil an diesen Modellen, als es erste Grundlagen für eine Weltfriedensordnung schuf (Völkerbund, UNO). Was muss Konsens werden, damit „Siege“ und „Niederlagen“ nicht zum Anlass für weitere Kriege werden können? Welche Ordnungen brauchen wir, um auch Bürgerkriege einzugrenzen und soziale Konflikte friedfertig lösen zu können?

 

Sonntag, den 6. Dezember 2015, 11:30 Uhr

Selbstbestimmtes Leben - selbstbestimmtes Sterben?

Als „frei“ in seinen Entscheidungen gilt, wer sich selbst die Maßstäbe für das eigene Leben setzt. Erst wenn wir dieses wissen, können wir mit der Endlichkeit des Lebens umgehen. Im Extremfall wählen einige Menschen freiwillig den Tod. Unser Respekt vor der „freien“ Entscheidung ist das Eine. Das Leiden, auch der Mitmenschen, an der Missachtung des eigenen Lebens ist das Andere. Wie können wir Regeln aufstellen, die beide Sichtweisen ernst nehmen? Dürfen oder sollen wir schwer Leidenden dabei helfen, ihr Lebensende selbstbestimmt zu wählen? Oder muss der Wille zum Leben in jedem Fall gestärkt werden?

Sonntag, den 26. April, 2015, 11:30 Uhr

Selbst denken – Wege zur Gewissheit?

Denken heißt selbst denken. Kant forderte: bediene dich deines eigenen Verstandes! Wie hängen Denken und Autonomie zusammen? Kann Denken – im Unterschied zum Wissen – dem absoluten Zweifel standhalten und zu einer Art Gewissheit führen? Doch die Menge des neuen Wissens explodierte. Heute kann niemand mehr alles Wissbare selbst erfassen. Muss das autonom denkende Subjekt kapitulieren? Oder stärkt es immer noch unser Wissen, wenn wir es selbst denkend überprüfen können?

 

Sonntag, den 7. Juni 2015, 11:30 Uhr

Hat Kunst eine Bedeutung für das Leben?

Seit der Neuzeit wird in den bildenden Künsten der Mensch als Gestalter und Schöpfer angesehen. Künste bilden nicht nur Bestehendes nach, sie schaffen auch Realitäten. Regt Kunst zu neuer Erfahrung, zu einer besseren Verständigung zwischen Menschen an? Können die Künste uns die Welt erklären? Wo werden Kunstwerke für einseitige Sichtweisen missbraucht? Darf uns Kunst dazu dienen, den Alltag zu bewältigen? Oder muss sie immer autonom bleiben? An die unterschiedlichen Kunstgattungen sind jeweils eigene Fragen zu stellen.

 

Sonntag, den 27. September 2015, 11:30 Uhr

Medien – was beeinflusst die Meinungsbildung in der Demokratie?

Welche Macht stellen Medien im Verhältnis zur Gesetzgebung, Regierung und Rechtssprechung dar? Unsere Urteile beruhen im Wesentlichen auf Kenntnissen aus Presse, Rundfunk, Fernsehen und E-Netzwerken. Wann und wo lassen wir uns durch sie manipulieren? Oder können wir mit Medien demokratisch umgehen? Soll sich jeder in digitalen Netzwerken nach eigenem Geschmack entfalten können? Doch was ist zu tun, damit sich auch dann vernünftige und gut begründete Meinungen durchsetzen können?

 

Sonntag, den 1. November 2015, 11:30 Uhr

Braucht Moral Vernunft? Braucht Vernunft Moral?

Moral wird von Werten, Normen und Tugenden geprägt, die oft stark emotional und wenig rational eingefordert werden. Doch es fehlt auch denen, die sich nur auf „Vernunft“ berufen, oft an moralischen Zugängen zu ihren Problemen. Wie lässt sich Ethik vernünftig begründen? Auch wenn wir endgültige Lösungen nicht finden, so lassen sich doch Beispiele für vernünftig orientiertes ethisches Handeln erörtern.

Sonntag, den 25. Januar 2015, 11.30 Uhr:

Umgang mit Zeit

Die „Zeit“ ist der Maßstab für die Ordnung in einer komplexen Gesellschaft: Fahr- und Flugpläne, Arbeitszeit, Freizeit und Erholung – alles wird eingeteilt. Uhren und Kalender erfassen nur begrenzte Messgrößen in einer Abfolge von Momenten. Auch die Jugend und das Alter unterliegen dem Zeitdiktat. Die modernen Zeiten erleben wir als ständige Beschleunigung. Doch wir träumen von der Muße ohne Zeitdruck. Unser Dasein bleibt zeitlich gegliedert: Das Entstehen und Vergehen von Lebendigem berührt uns tief. Uns beherrscht die Vergangenheit: Was schon geschehen ist, bleibt unwiderruflich. Uns begegnet die Gegenwart: Wir müssen uns aktuell verhalten. Wir erwarten die Zukunft: Doch sie bleibt uns stets ungewiss. Können wir den Augenblick unbefangen genießen?

Sonntag, den 22. März (ab 11:30 Kinosaal; ab 13 h Empfang im Blue Note)

Was bedeutet Philosophie für die Gesellschaft?

Rückblick und Ausblick. 10 Jahre Philosophisches Café

 

Sonntag, den 14.Dezember 2014, 11.30 Uhr:

Was können wir wissen? Was können wir glauben?

Woran erkennen wir die Grenzen unseres Wissens? Wo und wie können wir sie überwinden? Wann müssen wir sie respektieren? Doch wir wünschen uns weitere Gewissheiten. Wie wollen wir wissenschaftliches Wissen vom Glauben unterscheiden? Neigen wir zum „Glauben“ nur dann, wenn uns dieses Wissen nicht ausreicht? Welche Muster eines Glaubens an höhere Mächte könnten uns ermutigen, welche wirken bedrohlich? Reicht uns das bescheidene Wissen, das erforscht und bewiesen ist? Oder bedürfen wir des Zutrauens an die Wirksamkeit einer gütigen Vorsehung, damit unser Leben gelingt?

 

Sonntag, den 2. November 2014, 11.30 Uhr:

Lebensbewältigung durch Humor?

Wer über nicht ernst Gemeintes lächelt, zeigt Sympathie oder Einverständnis. Wir genießen Parodien und Sketche über die Schwächen von Menschen – auch über unsere eigenen? Können wir auch unser Selbst vor Anderen ironisch präsentieren? Wir freuen uns über das Komische im Leben. Doch wir schwanken in unserer Reaktion, wenn es nicht nur heiter und ironisch, sondern auch zynisch und sarkastisch formuliert wird – warum? Müssen wir mit uns selbst immer nur ernst reden? Oder können wir auch im Selbstgespräch einen heiteren, ironischen Abstand zu uns selbst – und damit auch zu Anderen – gewinnen?

 

Sonntag, den 28. September 2014, 11.30 Uhr:

1914 – Was können wir aus der Geschichte lernen?

Seit Beginn des Ersten Weltkriegs erfuhren wir ein Jahrhundert der Friedlosigkeit. Wie kam es damals zur Kriegseuphorie? Warum gilt erst eine Niederlage – und nicht schon der Beginn eines Feldzugs – als Katastrophe? Was haben Nachdenkliche aus 100 Jahren Rüstung zum Kriege, aus zahllosen militärischen Überfällen und Bürgerkriegen gelernt? Was würden wir den Kriegsbegeisterten von damals und heute sagen, wenn sie Kriegshandlungen rechtfertigen und verantworten? Was lehrt uns die Geschichte auch über die Chancen zum Frieden?